Die Parteimitglieder waren sich am Montagabend einig: Basel muss in Bern besser vertreten sein. Basel ist Wirtschaftsmotor, Geberkanton und Forschungsstandort von Weltrang. In Bern sei der Kanton aber zu oft nur eine Randnotiz. Die Beispiele dafür sind zahlreich: Das Herzstück ist seit Jahrzehnten geplant und wird beim Bund immer wieder hinten angestellt. Der Durchgangsverkehr rollt weiter mitten durch die Stadt, die Osttangente ist täglich am Anschlag. Wenn die USA mit Zöllen drohen oder Zulassungen zu lange dauern, trifft das die Life Sciences und das Gewerbe, das mit dieser Industrie arbeitet. Zehntausende Grenzgängerinnen und Grenzgänger halten Spitäler, Labors und Betriebe am Laufen. Und jede neue Vorschrift aus Bern landet am Schluss auf dem Pult eines KMU. «Die FDP ist die Partei für alle, die morgens den Wecker stellen. Für sie wollen wir in Bern einstehen: mit weniger Bevormundung und mehr Vertrauen in die Menschen, die jeden Tag Verantwortung übernehmen», sagt Renato Perlini, Co-Vizepräsident und Wahlkampfleiter.
Vier Kandidierende, eine breit aufgestellte Liste
Perlini stellte die Nominierten vor:
Tamara Hunziker (1986) ist seit April 2026 Präsidentin der FDP Basel-Stadt. Beim Gewerbeverband Basel-Stadt leitet sie den Bereich Politik & Kommunikation und ist Mitglied der Geschäftsleitung. Von 2021 bis 2026 präsidierte sie die FDP Frauen beider Basel.
Daniel Seiler (1969) sitzt seit 2023 im Grossen Rat, ist Mitglied der Finanzkommission und präsidiert seit 2026 die FDP-Fraktion. Der Betriebsökonom führt seit 2006 eine eigene Beratungsfirma für Strategie und Marketing und ist Geschäftsführer des ACS beider Basel.
Barbara Näf (1983) ist diplomierte Pflegefachfrau HF und arbeitete viele Jahre am Universitäts-Kinderspital beider Basel. Seit 2023 ist sie Einwohnerrätin in Riehen und seit 2024 Co-Vizepräsidentin der FDP Riehen-Bettingen.
Alex Grossenbacher (1979) aus Riehen ist Unternehmer und Investor. Nach einer Lehre und acht Jahren bei der UBS gründete er 2014 ein Family Office, das Unternehmen aus Deeptech und Life Sciences finanziert und begleitet. Er ist Verwaltungsrat der Rhynova AG und Advisor der Swiss-American Chamber of Commerce. In der FDP Basel-Stadt ist er Vorstandsmitglied und leitet die Arbeitsgruppe Sicherheit mit,
Die Liste vereint Unternehmertum, Gewerbe, Gesundheitswesen und politische Erfahrung auf Kantons- und Gemeindeebene. Ein Jahr vor dem Wahltermin steht die FDP damit als eine der ersten Parteien mit ihren Kandidierenden fest. «Wer einen Sitz holen will, muss früh starten», sagt Wahlkampfleiter Renato Perlini. Die Kandidierenden erhalten so ein ganzes Jahr, um sich in der Bevölkerung bekannt zu machen, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und ihre Themen zu setzen. Gleichzeitig kann die Partei ihre Kampagne gezielt um feststehende Köpfe aufbauen.
Adrian Michel, Wahlkampf- und Netzwerkleiter der FDP Schweiz, zeigte auf, wie die FDP national in die Wahlen steigt. Als Gast stellte sich zudem Alberto Fabbri (Die Mitte) vor, der im zweiten Wahlgang für das Präsidium des Appellationsgerichts kandidiert. Die FDP Basel-Stadt unterstützt seine Kandidatur auch im zweiten Wahlgang mit voller Tatkraft.
Parolen
Für die Abstimmungen vom 29. November 2026 beschlossen die Mitglieder:
- Zusatzfinanzierung der AHV durch Erhöhung der Mehrwertsteuer: Nein
- Volksinitiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk»: Nein
- Änderung des Kriegsmaterialgesetzes: Ja
- Stimmrechtsalter 16 (Kantonsverfassung): Nein
Die Nein-Parole zur Steuer-Initiative der Mitte haben die Mitglieder bereits am letzten Parteitag gefasst.